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Dienstag, 12. November 2013

Deutschland hat ägyptischen Geheimdienst im Kampf gegen Regime-Kritiker geschult

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/16/deutschland-hat-aegyptischen-geheimdienst-im-kampf-gegen-regime-kritiker-geschult/

Deutschland hat ägyptischen Geheimdienst im Kampf gegen Regime-Kritiker geschult

Die Diskussion um die NSA in Deutschland ist pure Heuchelei: Deutsche Dienste haben den gefürchteten ägyptischen Staatssicherheitsdienst geschult, wie er Dissidenten überwachen und ausforschen kann. Damit können die Militärs in Ägypten in ihrem brutalen Kampf gegen die Muslim-Brüder auf deutsches Know-How zurückgreifen. Auch die türkischen und tunesischen Sicherheits-Dienste wurden von den Deutschen ausgebildet. Eine politische Kontrolle hat nicht stattgefunden. Das Versagen der Bundesregierung ist evident.
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Hunderte, wenn nicht sogar tausende Tote hat der Bürgerkrieg in Ägypten bereits gefordert. Deutsche Dienste haben dem gefürchteten Staatssicherheitsdienst gezeigt, wie er Regime-Gegner (Terroristen) im Internet ausfindig machen kann. (Foto: NewsWall South Africa via Twitpic)
Hunderte, wenn nicht sogar tausende Tote hat der Bürgerkrieg in Ägypten bereits gefordert. Deutsche Dienste haben dem gefürchteten Staatssicherheitsdienst gezeigt, wie er Regime-Gegner (Terroristen) im Internet ausfindig machen kann. (Foto: NewsWall South Africa via Twitpic)
In ihrem Sommerinterview mit dem DLF sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass sie keinen Anlass zu der Annahme habe, dass sich die deutschen Geheimdienstenicht penibel an Recht und Gesetz halten.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle beklagte die Welle der Gewalt in Ägypten und rief die Parteien auf, den Konflikt im friedlichen Dialog zu lösen.
Diese Sprüche kann man alle vergessen.
Das ist pure Heuchelei.
Denn Deutschland ist, was die Aktivitäten von Geheimdiensten und staatlichen Behörden zum Zwecke des Ausspionierens auf fremden Boden, mitnichten ein Musterknabe, der sich nur um die Dinge kümmert, die ihn selbst betreffen.
Merkel sagte, dass „Geheimdienste in jedem unserer Länder eine wichtige Funktion haben“.
In Deutschland haben die Dienste scheinbar auch die Funktion, dem Land als„Exportnation Nummer 1“ alle Ehre zu machen.
Tatsächlich haben der Bundesnachrichtendienst (BND), das Bundeskriminalamt (BKA) und die Bundespolizei in den vergangenen Jahren aktive Entwicklungshilfe in Ägypten und Tunesien geleistet: Nach Recherchen von Statewatch haben die deutschen Dienste dem gefürchteten ägyptischen Staatssicherheitsdienst das Rüstzeug geliefert, wie er über das Internet unliebsame Regime-Kritiker ausspionieren kann. Wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, wurde „zugunsten des ägyptischen Staatssicherheitsdienstes wurde im Zeitraum 24. Oktober bis 28. Oktober 2010 einLehrgang zum Thema ,Open Source Internetauswertung im Bereich des internationalen Terrorismus‘ durchgeführt“.
Ähnliche „Lehrgänge“ erhielten die Behörden von Algerien, Jordanien, Marokko, Saudi-Arabien und Tunesien.
In Ägypten fanden Demonstranten, die das Gebäude des Staatssicherheitsdienstes gestürmt hatten, ein Verkaufsangebot von Elaman, dem deutschen Ableger des Herstellers von Spionage-Geräten Gamma International. Gegen Gamma und die deutsche Sicherheitsfirma Trovicor GmbH (Slogan: „Making The World a Safer Place“) sind Beschwerden bei der OECD anhängig. Mehrere NGOs werfen den FirmenMenschenrechtsverletzungen vor, weil sie eine Spionage-Software nach Bahrain und andere Staaten geliefert hätten, mit denen die Regime Computer, Telefone, Emails und Skype-Anschlüsse von Regime-Kritikern gehackt haben sollen. Trovicor ist früher einmal Teil von Siemens gewesen.
Auf der Website Netzpolitik.org berichtet der wissenschaftliche Mitarbeiter der Links-Fraktion Matthias Monroy darüber, dass die deutsche Ausbildungstätigkeit auch nach den Revolutionen fortgesetzt wurde.
Monroy schreibt:
„Der hierzulande wegen der NSU-Affäre erneut in Verruf geratene Bundesnachrichtendienst unterrichtet Schnüffler in Tunis seit letztem Frühjahr zum Thema „Nachrichtendienste in einer Demokratie“. Handfestere Beiträge steuert das Bundesamt für Verfassungsschutz bei. Der Inlandsgeheimdienst knüpft nahtlos an die Zusammenarbeit an, die das BKA unter Ben Ali eingefädelt hatte und bildet tunesische Behörden in der „Terrorismusabwehr” aus.“
Die Arbeit des BKA hat offenbar zu entsprechenden Fahndungserfolgen geführt:
Monroy:
„Zur gleichen Zeit als das BKA seine Ausbildungshilfe zur Internetüberwachung leistete, wurden BloggerInnen in Tunesien und Ägypten verhaftet und gefoltert. Die Praxis hält offensichtlich weiter an: Jetzt wurde in Tunesien ein Aktivist in letzter Instanz zu über sieben Jahren Gefängnis verurteilt, weil er im Internet den Islam beleidigt habe. Die Situation ist derart prekär, dass mehrere tunesische Bürger- und Menschenrechtsgruppen letzte Woche einen Aufruf gestartet haben, um auf die Verletzung der Meinungsfreiheit aufmerksam zu machen.“
Statewatch schreibt, dass „das Training und die Unterstützung durch das BKA geholfen haben könnte, dass Blogger und Internet-Aktivisten ausfindig gemacht werden konnten“.
Auch die Bundesländer Hessen und Hamburg haben einen Beitrag geleistet, um in den von Revolutionen erfassten Staaten die Sicherheit und Ordnung aufrechtzuerhalten. Die Bundesregierung verweist in einer weiteren Anfrage der Linken auf die Tatsache, dass „in allen Schulungen, Seminaren und Hospitationen“ den „Teilnehmern die Wahrung der Menschenrechte, rechtsstaatliches Handeln und die volle gerichtliche Überprüfbarkeit jedes polizeilichen Agierens vermittelt“ worden sei.
Am 28 und 29. November 2012 hatte das Bundesland Hessen das BKA „im Rahmen der Transformationspartnerschaft“ zu einem Seminar nach Tunis entsandt. Finanziert wurde die „Maßnahme aus den Haushaltsmitteln des Auswärtigen Amts“. Unter dem Titel „Deeskalation bei Demonstrationen“ wurde den Tunesiern die „taktische Kommunikation mit Demonstranten sowie polizeiliche Maßnahmen im Rahmen eines Fußballspiels“ beigebracht.
In Hamburg waren bei einem Seminar vom 25. Bis zum 30. November 2012 dietürkischen Sicherheitskräfte aufmerksame Zuhörer bei Vorträgen zu den Themen:
– Führungs- und Lagedienst (insbesondere zum Thema Landesinformationsstelle Fußball (LIS), Funkzentrale und Digitalfunk),
– Einsatzvorbereitung auf das Fußballspiel HSV – Schalke 04 (Stadionbesichtigung und Besichtigung anderer einsatzrelevanten Örtlichkeiten),
– Einsatzbeobachtung des Fußballspiels (mit Vor- und Nachbereitung),
– Vorstellung des neuen Polizeitrainingszentrums in Alsterdorf,
– Vorstellung und Einsatzmöglichkeiten des Wasserwerfers 9 und 10,
– Vorstellung der Einsatztaktiken der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten
– Vorstellung des Sicherheitskonzeptes des Polizeikommissariats 15 (St. Pauli).
Die türkischen Sicherheitskräfte hatten im Frühjahr 2013 mit äußerster Brutalität die Proteste im Gezi-Park von Istanbul niedergeschlagen.
Die Deutschen waren jedoch nicht die einzigen, die den fragwürdigen Regimen Nachhilfeunterricht in Schnüffel-Themen erteilt haben.
Auch die EU, deren Außenbeauftragte Lady Ashton noch vor einigen Tagen mit Krokodilstränen den gestürzten ägyptischen Präsidenten Mursi aufgesucht hatte, hat den Staaten Nordafrikas mit europäischen Steuergeldern geholfen, die Staatssicherheit gegen die Privatsphäre der Bürger zu verteidigen. Im Rahmen des 5 Millionen Euro schweren Projekts „Euromed Police“ wurden die Regime unterwiesen, wie man „neue Technologien und Methoden der Ausforschung im Feld der elektronischen Kommunikation“ einsetzt. Die Methoden enthalten, so Statewatch, „Fingerabdrücke, DNA-Analyse, Ballistik, Geräusch- und Stimmenanalyse, Analyse von Computern, Mobiltelefonen und USB –Sticks“. Der Trainingskurs für Vertreter von 28 Mittelmeer-Anrainerstaaten wurde von der französischen Polizei und Gendarmerie durchgeführt. Auch hier wurde die „Terrorismus-Abwehr“ als Grund für die weitreichenden Schulungen im Bereich derDaten-Spionage (Youtube, Abfangen von Emails, Skype) angegeben.
Der Irrwitz dieser Aktionen besteht darin, dass hier die Politik ihrer Verantwortung einer sachkundigen politischen Lagebeurteilung nicht nachgekommen ist.
Merkel und Westerwelle sowie die EU-Verantwortlichen stellen sich nun hin und geben sich betroffen über die zahlreichen Toten, die unzähligen Verletzungen der Menschenrechte und die vollständige Missachtung der Privatsphäre durch die ständig wechselnden und im Hinblick auf ihre Gegner gnadenlosen Machthaber.
Es mag schon sein, dass im Vergleich zur fortgesetzten Militärhilfe der Amerikaner für die ägyptische Militär-Diktatur die deutschen und europäischen Beiträge zur Zerstörung der Bürger- und Menschenrechte Petitessen waren. Merkel beklagte in dem Interview, dass die „Fähigkeiten in Europa im Bereich des Internets nicht besonders hoch“ seien.
Für Nordafrika scheint es jedoch zu reichen.
Das politische Versagen ist evident. Die moralische Verwerflichkeit ist unübersehbar. Offenbar gibt es auch in Europa einen „tiefen Staat“, also die Herrschaft von im Dunklen operierenden Diensten, die mit Steuergeldern in den Krisenherden der Welt mitmischen.
Man kann sich ausrechnen, wie es um die Qualität der Achtung der Bürgerrechte bei all diesen „Eliten“ bestellt ist.
Merkel sagte in ihrer aalglatten Verteidigung der Geheimdienste, dass die„Geheimdienste auch einer demokratischen Kontrolle unterliegen“. Geheimdienste operieren, so Merkel auf der „Basis von Recht und Gesetz“.
Mit Demokratie, Freiheit und Rechtsstaat hat das alles nichts mehr zu tun.
Das ist höchste Dekadenz.
Sie kennt nur eine Richtung: nach unten.
Und es geht offenbar immer noch tiefer.

Montag, 4. November 2013

British response to surveillance leaks 'eroding' freedom – human rights groups

http://rt.com/news/uk-open-letter-surveillance-172/

British response to surveillance leaks 'eroding' freedom – human rights groups

Published time: November 04, 2013 04:41
British Prime Minister David Cameron (AFP Photo / Carl Court)
British Prime Minister David Cameron (AFP Photo / Carl Court)
The UK government’s response to revelations of mass surveillance leaked by Edward Snowden is leading to the erosion of fundamental rights and freedoms in Britain, said a letter sent to PM David Cameron on behalf of global human rights organizations.
Seventy human rights organizations from 40 different countries came together to write the letter to Cameron, stating their concern with the British reaction to revelations of mass surveillance - including increased pressure on media outlets reporting on the leaks and the closure of public interest debates dealing with the subject.
"We have joined together as an international coalition because we believe that the United Kingdom government's response to the revelations of mass surveillance of digital communications is eroding fundamental human rights in the country," the open letter stated. "The government's response has been to condemn, rather than celebrate investigative journalism, which plays a crucial role in a healthy democratic society."  
About five months ago, the Guardian, The New York Times, The Washington Post, and other media outlets began covering the extent of global surveillance by the National Security Agency (NSA) and its British counterpart UK Government Communications Headquarters (GCHQ).
The news led to a worldwide debate over privacy, with Germany and Brazil even submitting a new draft resolution to the UN General Assembly which calls for an end to excessive electronic surveillance, data collection, and other snooping techniques.  
The letter argues that the UK’s reaction has damaged freedom of expression in the country.
"The UK has a strong history of democracy, and while targeted surveillance may play an important role in protecting national security, in doing so it should not erode the very values it seeks to protect. We call on you to honour the UK's international obligations to defend and protect the right to freedom of expression and media freedom, and to end the UK government's pressure on the Guardian and those who assist them,”the letter said. 
The letter was signed by organizations such as Liberty, Privacy International, and Reporters Without Borders. 
It focuses on the detainment of David Miranda - the partner of the former Guardian journalist Glenn Greenwald, who was one of the first reporters to break the NSA surveillance story. 
David Miranda (L), partner of the Guardian's Brazil-based reporter Glenn Greenwald (R) (AFP Photo)
David Miranda (L), partner of the Guardian's Brazil-based reporter Glenn Greenwald (R) (AFP Photo)
Miranda was held under Schedule 7 of the Terrorism Act 2000 back in August, which is currently being battled in court. "We believe these actions clearly violate the right to freedom of expression, which is protected under British, European and international law…We also believe that this use of national security will have dangerous consequences for the right to freedom of expression and media freedom in the UK and beyond, creating a hostile and intimidating environment and discouraging those who could reveal uncomfortable truths and hold those in power to account,” the letter said.

"Edward Snowden, David Miranda, Glenn Greenwald and the Guardian are being painted as the villains of this piece. They are being targeted for raising a matter of serious public interest. This seems to be a convenient distraction from what might otherwise be a story about state overreach and inadequate oversight of power,” it added.
The full text of the letter can be found here
In October, Cameron accused the Guardian of damaging national security by publishing sensitive data provided by the former NSA contractor. “The plain fact is that what has happened has damaged national security,” the PM said.
Just hours later, it was announced that Britain is set to launch a parliamentary investigation into the newspaper’s reporting of the leaks as part a broad counter-terrorism inquiry. 
The Guardian revealed in August that experts from Britain's electronic intelligence agency GCHQ had supervised on July 20 the destruction of all electronic devices which had Snowden material saved on them. Alan Rusbridger, editor-in-chief of the Guardian, said that prior to that “a man from Whitehall”confirmed to him that if the materials were not handed over or destroyed, “the government would move to close down the Guardian's reporting through a legal route – by going to court to force the surrender of the material.”
The British newspaper granted The New York Times access to some of the classified NSA documents in an effort to resist pressure from UK authorities who demanded the information be destroyed.
Snowden handed over thousands of intelligence documents to the Guardian in May that revealed a vast internet surveillance program carried out by the NSA and GCHQ.

Sonntag, 3. November 2013

Geheimdienst warnt vor Kampf um CO2-Rechte

http://www.welt.de/wirtschaft/article121447970/Geheimdienst-warnt-vor-Kampf-um-CO2-Rechte.html
01.11.13

BND

Geheimdienst warnt vor Kampf um CO2-Rechte

Öl-Knappheit ist ein Mythos, glaubt der BND. Da durch neue Technologien viel mehr gefördert wird, droht nun ein Kampf um Luftverschmutzungsrechte – und ein rasanter Anstieg der globalen Temperatur.
Der Klimawandel geht weiter
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Foto: Infografik Die Welt

Der Klimawandel wird nach Ansicht des Bundesnachrichtendienstes (BND) immer stärker ins Zentrum strategischer Konflikte rücken. Angesichts einer zunehmenden Förderung von Öl und Gas sei die Versorgungssicherheit dagegen nicht mehr das zentrale Thema, heißt es aus Sicherheitskreisen in einer neuen BND-Analyse. "Künftig haben wir kein Problem knapper Reserven mehr."
Daraus folge aber, dass der Ausstoß des Klimagases CO2 zunehme und die Umwelt weiter belaste. "Der Verteilungskampf wird darum gehen, wer künftig wie viel CO2 emittieren darf", heißt es in einer neuen Bewertung des BND, der damit seine Analyse über die Folgen der Schiefergas-/Schieferölfunde in den USA von November 2012 und Juni 2013 aktualisiert hat. Die Behörde bestätigte die Existenz der Studie auf Nachfrage der "Welt".
Grund für den erwarteten dramatischen Wechsel in geostrategischen Debatten ist laut BND nicht nur, dass Schwellenländer immer mehr Energie verbrauchen. Vor allem erschwert die zunehmende Förderung von sogenanntem unkonventionellem Gas und Öl den Wechsel von fossilen auf erneuerbare Energien immer mehr.
FAKTEN ZUM KLIMA
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USA exportieren bereits Kohle

Die ausgewiesenen und anerkannten weltweiten Reserven aus Öl und Gas stiegen durch neue Fördertechnologien immer weiter. Der BND rechnet wegen steigender Produktion etwa in Nordamerika deshalb mit sinkenden Gas- und Ölpreisen. "Auch Kohle ist billiger als vor fünf Jahren", heißt es. Denn in den USA sei Kohle teilweise von billigem Gas verdrängt worden und werde sogar nun exportiert, auch nach Deutschland.
Und die frühere Sorge vor einem Versiegen der Öl- und Gasquellen ist verflogen. Stattdessen nehme die Zahl der heute nachgewiesenen anerkannten Reserven fossiler Energieträger weltweit immer mehr zu. Grund sind neue Technologien, die die Förderung aus bisher unzugänglichen Lagerstätten ermögliche.
Brisant ist die Analyse und die Warnung vor einem "Deponieproblem" für Klimagase, weil sie nicht von Umweltschützern stammt, sondern von einem Auslandsgeheimdienst. Bereits heute sei absehbar, dass noch vor 2040 die Grenze des CO2-Anteils in der Luft von 0,045 Volumenprozent (450 ppm) überschritten werde. Dies bedeutet, dass in einer Million Luftmoleküle 450 Kohlendioxidmoleküle enthalten sind.
Dieser Wert gilt bei Klimaforschern und im "World Energy Outlook" als kritische Grenze dafür, dass die Erderwärmung nicht über zwei Grad im Durchschnitt steigt. Internationale Klimaforscher hatten errechnet, dass bis 2050 dafür höchstens weitere 1110 Milliarden Tonnen C02emittiert werden dürften. Als Folge der Erderwärmung werden etwa ein Anstieg des Meeresspiegels, die Zunahme extremer Wetterbedingungen in weiten Teilen der Welt und riesige volkswirtschaftliche Kosten von Ökonomen wie dem Briten Nicholas Stern erwartet.

Zwickmühle für die Bundesregierung

"Schon die Verbrennung der heute nachgewiesenen Reserven von Kohle ergäbe aber bereits Emissionen von 1700 Milliarden Tonnen CO2, bei Öl über 600 Milliarden Tonnen, bei Gas über 400 Milliarden Tonnen CO2", wird beim BND gewarnt. Würden alle Ressourcen an fossilen Energieträgern – das sind die bekannten, aber noch nicht offiziell als nutzbar anerkannten Lagerstätten – verbrannt, ergäbe dies sogar CO2-Emissionen im gigantischen Umfang von über 40.000 Milliarden Tonnen.
Nimmt sich die neue Bundesregierung die Warnung zu Herzen, dürfte dies ein erhebliches Umdenken erfordern. Zwar hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer ersten Legislaturperiode in internationalen Klimakonferenzen selbst den Vorschlag gemacht, der Pro-Kopf-Ausstoß an Klimagasen müsse sich weltweit immer mehr annähern. Der in Industrieländern müsse also drastisch sinken, jener in Schwellenländern wie Indien dürfe indes noch steigen, weil eine wachsende Mittelschicht einen höheren Lebensstandards anstrebe.
Allerdings steht zur Zeit beim Thema Energiewende in den Koalitionsverhandlungen von Union und SPD vor allem die Frage des Preises im Vordergrund. Daher werden Stimmen immer lauter, parallel zu erneuerbaren Energien auch weiter auf Kohle zu setzen. Vor allem Nordrhein-Westfalen und die ostdeutschen Länder dringen zudem darauf, ihre Industrien zu schützen.